Trotz Risiken: Weltweiter Reismarkt entging 2023 einer Krise Trotz Risiken: Weltweiter Reismarkt entging 2023 einer Krise

Trotz Risiken: Weltweiter Reismarkt entging 2023 einer Krise


Die Auswirkungen des Embargos auf den Reisexport aus Indien, dem weltweit führenden Reisexportland, waren weniger dramatisch als erwartet. Trotz einer Preissteigerung von 30 Prozent auf dem Weltmarkt liegen die Preise noch deutlich unter den Rekordwerten von 2008. Das geht aus dem jährlichen Cyclope-Bericht über Rohstoffmärkte hervor, der in Paris vorgestellt wurde.

«Indien hat die Nerven der Händler strapaziert», sagte Patricio Mendez del Villar, Reisspezialist und Wirtschaftswissenschaftler am Zentrum für internationale Zusammenarbeit in der Agrarforschung für die Entwicklung (Cirad). Die indische Regierung erklärte Ende Juli 2023, dass sie keinen weißen Nicht-Basmati-Reis mehr exportieren werde, um die Ernährungssicherheit des Landes zu gewährleisten.

Trotz des Embargos gingen die indischen Exporte nur um 20 Prozent zurück, das Land blieb mit 17,9 Millionen Tonnen (gegenüber 22,5 Millionen Tonnen im Jahr 2022) der größte Reisexporteur der Welt. Nicht zuletzt war die Diplomatie des Reises ausschlaggebend, indem Indien Länder von dem Exportverbot ausnahm, die für ihre Ernährungssicherheit auf Reis angewiesen sind, insbesondere in Afrika.

Weiterhin konnten Thailand und Vietnam ihre Exporte um 15 Prozent steigern. Diese beiden großen Reisproduzenten profitierten von dem teilweisen Rückzug Indiens vom Markt. Die Importländer reduzierten ihrerseits ihre Einkäufe: China reduzierte seine Einfuhren um 60 Prozent und griff auf seine Lagerbestände zurück, während es seinen Verbrauch drosselte.

Die Subsahara-Afrika wiederum reduzierte ihre Importe um 10 Prozent aufgrund der steigenden Weltmarktpreise. Der Welthandel ging erstmals seit 2019 um 5,5 Prozent auf 53 Millionen Tonnen (gegenüber 56 Millionen Tonnen im Jahr 2022) zurück, während die weltweiten Lagerbestände „auf bequemen Niveaus“ verharrten.

Nach Angaben von Patricio Mendez del Villar sollte die weltweite Ernährungsproblematik aufgrund des anhaltenden El-Niño-Phänomens bis mindestens Ende des ersten Halbjahres 2024 problematisch bleiben. Die Weltmarktpreise für Reis dürften hoch bleiben, bis die indischen Beschränkungen aufgehoben sind und eine Normalisierung eintritt, „prinzipiell ab dem zweiten Halbjahr 2024“.



Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert