Euronext könnte einen Lieferpunkt in Rumänien einrichten Euronext könnte einen Lieferpunkt in Rumänien einrichten

Euronext könnte einen Lieferpunkt in Rumänien einrichten


Euronext plant eine Getreidelieferstelle in Rumänien

Die Euronext, die führende Börse der Eurozone, plant, eine Getreidelieferstelle in Rumänien zu etablieren. Wahrscheinlich wird es sich um den Seehafen Constanța handeln. Seit April 2023 läuft eine Evaluierung in dieser Richtung.

Der Einrichtung einer Lieferstelle in Rumänien wird voraussichtlich mehr Liquidität für den Getreidehandel an der Euronext bieten. Denn derzeit werden nur 115.000 Tonnen Mais pro Tag an der Börse gehandelt. Mit der Etablierung in Rumänien könnten dies deutlich mehr werden, da das Land seit September 2023 bereits 1,8 Millionen Tonnen Mais exportiert hat.

Neben dem erhöhten Handelsvolumen bietet die Einrichtung einer Lieferstelle in Rumänien eine weitere wichtige Möglichkeit: Die Einführung eines Preisindikators. „Es ist notwendig, einen Preisindikator für das Schwarze Meer-Gebiet zu haben, da die an der Börse in Chicago angegebenen Preise für dieses Gebiet nicht korrekt und realistisch sind“, sagt Cezar Gheorghe, ein Getreideindustrieexperte und Leiter des Euronext-Projekts in Rumänien.

Allerdings bleibt das Handelsvolumen an der Euronext trotz der neuen Lieferstelle eine Herausforderung. Die Euronext-Kontrakte sind auf 50 Tonnen ausgerichtet, was sie für diesen Markt weniger geeignet macht. Deshalb gab es im vergangenen Jahr nur geringe Handelsvolumen. Die Euronext hatte aus diesem Grund sogar die Fälligkeit im Januar wegen zu geringem Handelsvolumen gestrichen.

Transparenz und Stabilität der Preise durch Euronext in Rumänien

Die Evaluierung der neuen Lieferstelle durch die Euronext begann im Frühjahr und könnte bis zu zwei Jahre andauern. Dazu gehört die Marktanalyse, die Beurteilung des Interesses von lokalen Landwirten, Händlern und Verarbeitern sowie die Überprüfung der Silos auf geeignete Lagerbedingungen.

Die Einrichtung eines Preisindikators durch Euronext in Rumänien könnte zu mehr Transparenz im Getreidehandel führen und potenziell höhere und stabilere Preise bieten. Vor allem im Licht der gegenwärtigen Ukraine-Krise und der daraus resultierenden Preisvolatilität wäre dies eine willkommene Entwicklung.

„Ein Landwirt, der heute Mais anbaut und den Ernteerlös für November 2024 bewertet, kann diesen Preis effektiv festsetzen und hat praktisch keine Probleme, wenn die Preise aufgrund von Ernten oder anderen Faktoren sinken. Er kann vorankommen und seinen operativen Gewinn sichern, ohne den Marktvolatilitäten unterworfen zu sein“, erklärt Cezar Gheorghe.

Mit dem Vertrag zwischen Rumänien und der Euronext könnten auch Landwirte aus Nachbarländern – Bulgarien, Serbien, Ungarn und sogar die Ukraine – ihre Erzeugnisse liefern. Nach dem Mais könnten auch Weizen und Raps in Constanța einen Preisindikator erhalten.



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