Bedenken in der Zuckerrübenbranche über ukrainischen Zuckerimport in die EU Bedenken in der Zuckerrübenbranche über ukrainischen Zuckerimport in die EU

Bedenken in der Zuckerrübenbranche über ukrainischen Zuckerimport in die EU


Die wachsenden Importe von ukrainischem Zucker auf dem EU-Markt sind eine Quelle der Besorgnis für die europäische Zuckerindustrie. Nach der russischen Invasion der Ukraine Mitte 2022 hob die EU alle Zölle und Importquoten für ukrainische landwirtschaftliche Produkte auf, um der ukrainischen Wirtschaft zu helfen. Im April 2023 wurde diese Suspension der Importzölle verlängert.

Diese Maßnahmen sollten es den europäischen Verbrauchern ermöglichen, weiterhin Zugang zu Zucker zu haben, da die EU einen Zuckerdefizit von etwa zwei bis drei Millionen Tonnen hat. Sie sollten auch die völlige Abhängigkeit vom brasilianischen Lieferanten verhindern. Aufgrund dieser Änderungen stiegen die ukrainischen Zuckerimporte in die EU stark an: Rund 406.800 Tonnen Weißzucker wurden in das europäische Wirtschaftsgebiet geliefert, gegenüber etwa 21.700 Tonnen in den drei vorherigen Handelsjahren.

Nach den Daten der Europäischen Kommission ist Rumänien im Jahr 2022/23 der größte Abnehmer von ukrainischem Weißzucker geworden, gefolgt von Polen und Italien. Frankreich hat zum ersten Mal ukrainischen Zucker importiert, mit insgesamt 3.520 Tonnen im Wirtschaftsjahr 2022/23.

Die Zahl der ukrainischen Zuckerimporte in die EU könnte in naher Zukunft noch weiter steigen. Im Oktober wurde bereits eine Menge von 56.100 Tonnen ukrainischen Weißzuckers in die EU importiert. Lokale Analysten sagen voraus, dass in der gesamten Handelssaison etwa 650.000 Tonnen importiert werden könnten, während seitens Frankreich die Zahl von 700.000 oder sogar 800.000 Tonnen genannt wird.

Diese Entwicklung führt dazu, dass ukrainische Landwirte mehr Zuckerrüben anbauen, da die Rentabilität von Getreide- und Ölsaaten sinkt. National gesehen, könnten die Anbauflächen von 186.000 Hektar im Jahr 2022 auf 300.000 Hektar in 2024 ansteigen.

Für die europäische Zuckerindustrie sind die massiven Importe von ukrainischem Zucker eine Bedrohung. Sie fürchtet eine Destabilisierung des Marktes und einen Preisverfall. Daher fordern die Industrieverbände und landwirtschaftlichen Organisationen Kontingente oder den Weiterverkauf des importierten Zuckers in Drittländer. Der EU-Kommissar für Landwirtschaft, Janusz Wojciechowski, hat dieser Forderung seine Unterstützung ausgesprochen.

Angesichts der derzeit hohen Zuckerpreise auf dem Welt- und EU-Markt bleibt das Preisniveau volatile. Die Zuckerpreise erreichten Ende 2023 ihren höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Experten von der französischen Vereinigung der Zuckerrübenbauer (CGB) gehen davon aus, dass die europäischen Preise für die Ernte 2023/24 zwischen 800 und 950 Euro pro Tonne liegen werden. Der Spotpreis liegt derzeit etwas über 800 Euro pro Tonne.



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