Australien exportiert wieder massiv Gerste nach China Australien exportiert wieder massiv Gerste nach China

Australien exportiert wieder massiv Gerste nach China


„Hochkonjunktur für australische Gerstenexporte nach China“

Der australische Handelsministerium veröffentlichte Anfang Dezember einen Moment der frohen Nachrichten. Laut chinesischen Zolldaten haben Peking ganze 314.000 Tonnen australische Gerste im Wert von rund 139 Millionen australischen Dollar (etwa 85 Millionen Euro) importiert. Dieser positive Trend konnte beobachtet werden, seitdem im August letzten Jahres die enormen Zölle von 80,5% durch China aufgehoben wurden.

Diese Wiederbelebung des Handels wurde von australischen Landwirten begrüßt. Bis 2020 führte der Gerstenexport eigentlich zur einer Einnahmen von fast einer Milliarde australischer Dollar pro Jahr und deckte mehr als 50% des nationalen Gerstenexports ab. Die CBH Group, eine Kooperative von über 3.500 Getreideproduzenten in Western Australia, gab in ihrem Jahresbericht bekannt, dass „binnen zwei Monaten nach der Marktöffnung bereits zwei Gerstenladungen nach China geschickt worden waren“.

Der diplomatische Winterschlaf hat ca. drei Jahre gedauert und begann 2018 mit Ausschluss des chinesischen Unternehmens Huawei vom australischen 5G-Netz. Ausschlaggebend hierfür war die Forderung aus dem Jahr 2020 nach einer internationalen Untersuchung über die Ursprünge von Covid-19. Dieses Vorhaben stieß bei Peking auf Ablehnung, da es von einem engen US-amerikanischen Partner ausgegangen war. Als Reaktion darauf, verhängte China hohe Zölle auf Kernexportprodukte Australiens wie Gerste, Rindfleisch und Wein, und stoppte den Import von Kohle.

„Neue Märkte aufgetan“

Pekings Drang zur Handelspartnerschaft wurde durch einen wirtschaftlichen Wachstumsrückgang hervorgerufen. Australien hingegen suchte und fand neue Absatzmärkte für ihre Gerste. Als drittgrößter Produzent dieser Langbart-Gräser weltweit – nach Russland und Frankreich – ist Australien mit Deutschland auf Augenhöhe.

„Wir haben neue Märkte aufgetan, vor allem in Mexiko. Durch die transpazifische Partnerschaft wurden die Zölle gesenkt, die vorher weit über 100% lagen“, erläutert Sean Cole, kommissarischer Geschäftsführer des Fachverbandes Grain Growers.

Die Hauptimporteure australischer Gerste waren in den Jahren 2022 bis 2023 Saudi-Arabien, gefolgt von Ländern im Nahen Osten, zu denen Australien seit über zwanzig Jahren exportiert.

„Ein zusätzlicher Vorteil“

Laut Prognosen der Australian Bureau of Agricultural and Resources Economics and Sciences (Abares) wird die Gerstenproduktion für das Jahr 2023-24 um 24% auf 10,8 Millionen Tonnen sinken, was auf das Wiederauftreten von El Niño zurückzuführen ist.

Sean Cole begrüßt die Wiederaufnahme des chinesischen Marktes. Er erläutert, dass ein Großteil der australischen Gerste als Futtergerste klassifiziert und in China für die Bierherstellung genutzt wird, wodurch ein höherer Preis erzielt werden kann.

„Es stellt einen zusätzlichen Gewinn von 400 Millionen Dollar für die australische Gerste im nächsten Jahr dar, selbst bei einer geringeren Ernte“, betont er.

Einer der größten Verlierer dieser Wiedervereinigung zwischen Canberra und Peking dürfte Frankreich sein. Als größter europäischer Gerstenexporteur hatte es die chinesischen Märkte während des diplomatischen Zerwürfnisses dominiert.



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