Positive Entwicklung: Pollinator-Lebensräume entstehen am Straßenrand


Wenn Sie in nächster Zeit auf den Straßen Floridas unterwegs sind, werden Sie möglicherweise Tausende von blühenden Blumen entlang der Straßenränder sehen. Doch es handelt sich dabei nicht nur um ein ästhetisches Element. Diese Blumen dienen dazu, Lebensräume für Bestäuber zu schaffen.

Laut Jaret Daniels, Kurator am Naturkundemuseum von Florida, können wir uns nicht länger ausschließlich auf Schutzgebiete verlassen, um den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen. Klimawandel, Verschmutzung, Pestizide und die Zerstörung von Lebensräumen setzen Bestäubern wie Bienen und Schmetterlingen zunehmend zu. Er meint, dass wir auch den Blick auf nicht traditionelle Bereiche wie landwirtschaftliche Randgebiete, Versorgungskorridore und Straßenränder richten müssen. Obwohl Straßen oft Lebensräume für Wildtiere zerstückeln, bieten Programme zur Unterstützung von Bestäubern, die in vielen Bundesstaaten vorhanden sind, Chancen für den Naturschutz.

Daniels leitet ein neues Projekt, das von der Verkehrsbehörde Floridas mit 155.000 Dollar gefördert wird. In den nächsten drei Jahren sollen entlang der Autobahnen des Bundesstaates 9.000 Seidenpflanzen gepflanzt werden, um den Monarchenfaltern einen geeigneten Lebensraum zur Fortpflanzung zu bieten. Monarchen sind auf vielfältige Ökosysteme angewiesen, legen ihre Eier jedoch nur auf Seidenpflanzen ab.

Monarchen sind laut Daniels eine Art Einstiegspunkt zur Verbesserung von Lebensräumen. Durch die Bepflanzung der Straßenränder für Monarchen wird auch das allgemeine Insektenleben unterstützt. Darüber hinaus spielen Bestäuber wie Bienen eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft, und wir sind auf sie für unsere Nahrung angewiesen. Diese Straßenrandbepflanzungen sollen Lebensräume verbinden, anstatt sie zu zerstückeln. Verkehrsbehörden, die oft zu den größten Landbesitzern in einem Bundesstaat gehören, sind in einer besonderen Position, um diese Aufgabe zu bewältigen.

„Erschreckenderweise beherbergen auch stark urbanisierte Gebiete viel Vielfalt“, sagt Daniels. „Und wenn man diese Räume verbinden kann, wird die Konnektivität zwischen den Populationen und Bewegungen noch verstärkt.“

Das Anpflanzen von Blumen entlang von Straßenrändern ist keine neue Idee. Lady Bird Johnson setzte sich in den 1960er Jahren dafür ein, dass Städte und Highways verschönert werden, und viele Bundesstaaten haben seither Blumen an Straßen gepflanzt.

Einige dieser Verschönerungsprojekte haben mittlerweile jedoch einen zweiten Zweck übernommen – den Naturschutz. North Carolina startete sein Wildflower-Programm im Jahr 1985 und verwaltet nun 1.500 Hektar Wildblumen entlang der Hauptverkehrswege North Carolinas.

Vor etwa 15 Jahren, so sagt Derek Smith, Vorarbeiter für Straßenmanagement beim Department of Transportation in North Carolina (NCDOT), begann man, sich beim Thema Bestäuber zu engagieren, als Danesha Seth Carley, Wissenschaftlerin an der North Carolina State University, die Auswirkungen dieser Bepflanzungen auf Bestäuber zu erforschen begann. Forschungen der NCSU bestätigten, dass diese Straßenrandbepflanzungen eine größere Anzahl und Vielfalt an Bienen anziehen.

Die Bemühungen wurden daraufhin gezielt. Das NCDOT legte Gärten für Monarchen an Autobahnraststätten, Informationszentren und in Feuchtgebieten an. Zwei dieser Informationszentren sind auf MonarchWatch.org als zertifizierte Monarchen-Wegstationen eingetragen.

Neben Seidenpflanzen pflanzt das NCDOT auch eine Mischung aus Stauden, Einjährigen und einheimischen Pflanzen an. „Monarchen nehmen Nektar von allen möglichen Pflanzen auf“, sagt Smith.

Die Entscheidung, Stauden und heimische Pflanzen anzupflanzen, bedeutet, dass das NCDOT nicht jedes Jahr zurückkommen muss, um das Beet wieder zu bepflanzen. Außerdem hat es mit dem landwirtschaftlichen Ministerium von North Carolina zusammengearbeitet, um Landwirte zu unterstützen, die auf ihren Hofrändern Blumen für Bestäuber anbauen möchten.

„Verkehrsbehörden gehören zu den größten Grundbesitzern in verschiedenen Bundesstaaten“, sagt Smith. „Warum sollten wir nicht davon profitieren, wenn wir können, und Lebensraum schaffen?“

Die Bewegung zur Anpflanzung von Seidenpflanzen wird häufig mit dem Ziel in Verbindung gebracht, den Monarchenfalter zu unterstützen. In den letzten Jahren hat sich das Anpflanzen von Seidenpflanzen zu einer beliebten Maßnahme entwickelt, um diese Art zu unterstützen – da Seidenpflanzen die einzige Pflanzenart sind, auf denen Monarchen ihre Eier legen.

Dem Landschaftsplaner und Autor Benjamin Vogt zufolge sollte man sich jedoch nicht zu sehr auf Seidenpflanzen als die Lösung zur Rettung



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