Mitte-West Landwirte setzen voll auf Agroforstwirtschaft


Agroforstwirtschaft als Lösung für den Klimawandel: Die neuen Pioniere

Agroforstwirtschaft verbindet Ackerbau und Tierhaltung mit dem Anbau von Bäumen und Sträuchern. Dieses alte Konzept wird heute von revolutionären Bauern wieder zu neuem Leben erweckt. Sie sehen darin nicht nur eine Quelle zur Produktion von nährstoffreicher Nahrung und Spezialkulturen, sondern auch einen Weg, um die Auswirkungen klimatischer Wetterereignisse abzumildern.

In der Mitte des westlichen Teils der USA widmen sich innovative Bauern – viele stammen von konventionellen Bauernfamilien – der Wiedereinführung des Zusammenhangs zwischen Bäumen, Tieren und Nahrungsmittelproduktion.

Wendy Johnson und die Rückkehr zur „natürlichen Savanne“

Wendy Johnson und ihr Ehemann Johnny Rafkin bewirtschaften 130 Hektar Land in Charles City, Iowa. Auf demselben Land zog Wendys Vater Schweine auf. Nach 18 Jahren in Kalifornien fühlte sie sich 2010 dazu berufen, auf das Land ihrer Familie zurückzukehren. Ihr Ziel war es, durch den ökologischen Landbau Vielfalt und Wert auf den Hof zu bringen.

Johnson und ihr Mann integrierten eine kleine Schafherde, die noch von der Zeit ihrer Eltern auf dem Hof übrig war, in die ökologische Fruchtfolge. Ihre Schafe sind jetzt grasgefüttert, gesünder und brauchen kaum medizinische Intervention. Sie pflanzte zusätzlich Bäume auf Weideland, um Silvopastoralsysteme zu schaffen.

Intensive Regenereignisse in den Jahren 2016 und 2018 veranlassten Johnson, weiteren Maßnahmen zur Abmilderung klimatischer Wetterereignisse nachzugehen. Mit Unterstützung durch einen Agroforstplaner vom Savanna Institute fügte sie mehrjährige kühle Gräser in ihre Biokulturen ein und legte Pufferzonen entlang des Baches in ihrem Grundstück an.

Tucker Gretebeck und Eric Weninger: Agroforstwirtschaft als Lösung für Überschwemmungen

Landwirte Tucker Gretebeck und Eric Weninger betreiben benachbarte Höfe im Landschaftsschutzgebiet Driftless Area in Wisconsin. Sie sehen in der Agroforstwirtschaft eine Lösung für die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels. Gretebeck baute eine Silvopastoral für seine grasgefütterten Rinder ein, während Weninger Bäume und Sträucher pflanzen wird, um mehr Wasser in den Boden zu filtern.

Wil Crombie und das „geforstete Geflügel“

Wil Crombie ist Filmemacher, Fotograf und Landwirt. Zusammen mit seiner Frau Carly und seiner Schwägerin Corrissa Peterson betreibt er den Biobetrieb Organic Compound in der Nähe von Northfield, Minnesota. Sie halten dort Broiler-Hühner der Art Freedom Ranger. Zusammen mit ihrem Mentor Reginaldo Haslett-Marroquin bildeten sie die Marke Tree-Range Farms für Fleischhühner, die auf Silvopastoralsystemen gehalten werden.

Crombie ist optimistisch, dass die Agroforstwirtschaft dazu beitragen kann, nicht nur das Land, sondern auch ländliche Gemeinschaften wiederherzustellen. „Die Agroforstwirtschaft hat das Potenzial, mehr Menschen zur aktiven Beteiligung in der Natur zu bewegen“, sagt er. „Die Agroforstwirtschaft ist Familienlandwirtschaft, und Landwirtschaft ist eine familien- und gemeinschaftsbasierte, praktische Tätigkeit. Es ist eine spannende Möglichkeit, unsere ländlichen Gemeinschaften wiederzubeleben.“



Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert