Landwirtschaft und Tierwelt harmonisch vereinen – Tipps eines erfahrenen Landwirts


Ein Moment der Verwirrung packte mich, als ich bemerkte, dass einer meiner jungen Paprika-Pflanzen fehlte. Diese waren eine belebende Quelle des Einkommens für mich und die Vorfreude auf den Verkauf der frischen Paprika auf dem Markt hatte bereits eingesetzt. Bei genauerer Inaugenscheinnahme bemerkte ich ein Erdloch, ein Zeichen für Gophers, wie sich herausstellte.

Für viele Landwirte ist der Umgang mit Wildtieren ein ewiges Hin und Her zwischen Liebe und Verdruss. Natürlich sind wir begeistert von der Vielfalt des Tierreichs, doch wenn wir unsere mühsam angebauten Feldfrüchte vor den hungrigen Mäulern schützen müssen, kann diese Freude schnell in Frust umschlagen. Es ist besonders wichtig, dass wir lernen, mit der Tierwelt umzugehen, da sich unser Planet immer mehr in eine Betonwüste verwandelt und wir den Wildtieren Himmel und Erde verkaufen. Die Zukunft des Wildlebens hängt davon ab, ob wir lernen können, mit ihnen friedlich zusammenzuleben.

Als Landwirt in Washington State habe ich schon seit rund zwei Jahrzehnten versucht, mir das friedliche Zusammenleben mit Wildtieren zu eigen zu machen. Es war ein steiniger Weg und doch hat es sich gelohnt und ich habe einen tieferen Einblick in das Ökosystem erhalten. Ich musste verstehen, dass jedes Tier, ob Wühlmäuse oder andere Tiere, eine wichtige Rolle im Gleichgewicht unserer Umwelt spielt.

Dieses Verständnis ist besonders für die Vielfalt der Tiere auf unserer Farm von großer Bedeutung, ein wesentlicher Aspekt, der von vielen unterschätzt wird. Seit einigen Jahren installiere ich Nistkästen, um die Vogelvielfalt zu erhöhen. Sie sind sehr nützlich bei der Bekämpfung von Mücken und anderen Insekten, die uns und unseren Tieren das Leben schwer machen können.

Allerdings ist der Umgang mit größeren Tieren wie Rehen oder sogar Beutegreifern wie Kojoten eine andere Herausforderung. Mit der lokalen Fisch- und Wildtierbehörde habe ich Strategien entwickelt, um Wildtiere und landwirtschaftliche Tätigkeiten in Einklang zu bringen. Eine dieser Strategien ist die Anpflanzung von Hecken. Sie können wichtige Lebensräume und Wanderrouten für Tiere bieten und gleichzeitig als Erosionsschutz oder Windschutz dienen.

Auf meiner Farm habe ich Hecken entlang von Bächen und strategischen Grenzen angelegt. Sie bestehen hauptsächlich aus einheimischen Sträuchern wie Weissdorn, Felsenbirne oder Traubenkirsche, die auf meinem Grundstück gut gedeihen. Diese Pflanzen bieten Nahrung und Deckung für viele Wildtiere und halten sie gleichzeitig von meinen Kulturpflanzen fern.

Trotz dieser Maßnahmen sind Zaunsysteme manchmal notwendig, um die wichtigsten Kulturen zu schützen. Es ist jedoch wichtig, dass diese so tierfreundlich wie möglich gestaltet sind. Beispielsweise können Zäune, die nicht benötigt werden, einfach umgelegt werden. Dies ermöglicht Wildtieren das Durchqueren der Felder.

Ein weiterer Aspekt in der Koexistenz mit Wildtieren ist das Finden einer symbiotischen Beziehung, die sowohl dem Landwirt als auch der Tierwelt zugutekommt. Zum Beispiel können Wildtiere den Zutritt zu frisch gemähten oder abgeernteten Feldern gewährt werden, um Insekten zu vertilgen und gleichzeitig Futter zu finden.

Alles in allem ist das friedliche Zusammenleben mit Wildtieren ein Prozess des ständigen Lernens und Anpassens. Jeder Bauernhof ist anders und benötigt maßgeschneiderte Lösungen. Es ist kein einfacher Prozess, aber die Anstrengungen sind es wert, um das Überleben und Gedeihen von Wildtieren in unserer immer stärker beanspruchten Welt zu unterstützen.



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