Kann Künstliche Intelligenz zur Reduzierung von Plastikmüll in der Lebensmittelindustrie beitragen? Kann Künstliche Intelligenz zur Reduzierung von Plastikmüll in der Lebensmittelindustrie beitragen?

Kann Künstliche Intelligenz zur Reduzierung von Plastikmüll in der Lebensmittelindustrie beitragen?


Internationale Gemeinschaft verhandelt über rechtsverbindlichen Vertrag zur Lösung der Plastikkrise

Im April dieses Jahres reisten Vertreter aus über 150 Ländern nach Kanada, um die Einzelheiten eines internationalen, rechtlich bindenden Vertrages zur Bewältigung der Plastikkrise zu diskutieren. Dies war die vierte von fünf Verhandlungsrunden, wobei die Fertigstellung des Vertrages noch in diesem Jahr geplant ist.

Ziel ist ein Abkommen ähnlich dem Pariser Klimaabkommen, jedoch speziell für den Bereich Plastik. Wie bei internationalen Klimagipfeln versuchen auch hier die verursachenden Unternehmen, das Ergebnis der Verhandlungen zu beeinflussen. Viele Experten und Befürworter äußern jedoch Bedenken, dass die Fortschritte dieses neuen Vertrages angesichts der Dringlichkeit der Situation nicht schnell genug erreicht werden.

Während der Verhandlungswoche im April gelangten laut der Weltwildschutzorganisation (WWF) mehr als 15 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane. Eirik Lindebjerg, Leiter der globalen Kunststoffpolitik beim WWF, betont, dass die Plastikverschmutzung eine globale Krise sei, die nicht mit fragmentierten nationalen Ansätzen gelöst werden könne.

Ein wichtiger Teilnehmer an den Verhandlungen war Nivedita Biyani, eine Expertin für Plastikabfall. Biyani versuchte, den politischen Entscheidungsträgern Daten bereitzustellen, die sie verwenden könnten, um klügere Entscheidungen zu treffen.

Biyani hat in den letzten 12 Jahren daran gearbeitet, das Abfallmanagement zu verstehen und zu verbessern – in armen Stadtvierteln in Indien, die keine Infrastruktur haben, für die Regierung von Singapur und nun als Forscherin an der University of California in Santa Barbara. Dort untersucht sie die „Massenflüsse“ von Plastik – also wie Materialien von der Produktion bis zum Lebensende reisen und zu Abfall werden.

Ein aktuelles Projekt von ihr ist das Global Plastics AI Policy Tool. Mit diesem Tool versucht Biyani aufzuzeigen, welchen Einfluss 11 politische Maßnahmen – einschließlich der Begrenzung der Produktion, der Besteuerung von Plastikverpackungen und der Investition in Recyclinginfrastrukturen – auf die Reduzierung der Plastikverschmutzung bis 2050 haben könnten. Dafür nutzt sie ein maschinelles Lernmodell, eine Form künstlicher Intelligenz, das BIP- und Bevölkerungsdaten zur Modellierung zukünftiger Jahre einbezieht.

Laut des Tools wird im Jahr 2024 voraussichtlich 173,6 Millionen metrische Tonnen Plastikmüll auf Deponien landen und 73,5 Millionen metrische Tonnen in der Umwelt. Ohne drastische Veränderungen werden diese Zahlen weiter steigen.

Biyani hofft, dass ihr Tool Politikern und anderen Interessierten helfen kann, Plastikabfälle aus jedem Sektor, insbesondere aus dem Lebensmittelsystem, zu reduzieren.



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