Hitzestress bei Vögeln – Ein Risiko auch in der Landwirtschaft


Im Juni 2021 suchte eine extreme Hitzewelle den pazifischen Nordwesten heim. Von British Columbia bis Oregon sprangen juvenile Vögel in städtischen Gebieten aus ihren Nestern, um den Temperaturen zu entkommen. Dabei riskierten sie jedoch weitere Gefahren am Boden. Tierschutzorganisationen verzeichneten Rekordzahlen bei der Aufnahme von Vögeln und viele starben.

Diese ungewöhnliche Hitze war nicht typisch für die Region. Jedoch werden extreme Temperaturen aufgrund des Klimawandels immer häufiger. In anderen Teilen des Landes sind Vögel zum Beispiel in Tucson, Arizona, häufiger von Hitzestress betroffen. In Kaliforniens Central Valley kann die Trockenheit Zugvögel gefährden, die Wasserquellen suchen und stattdessen auf Knappheit stoßen. Diese hitzebedingten Katastrophen sind besonders beängstigend, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Vögel in den USA und Kanada in den letzten 50 Jahren um erschreckende 29 Prozent gesunken ist.

Vor allem in städtischen Gebieten sind solche Vorfälle beunruhigend. Aber Hitzestress kann Vögel auch in ländlichen Gebieten und auf landwirtschaftlichen Flächen betreffen. Zwei kürzlich durchgeführte Studien untersuchten, wie Vögel mit landwirtschaftlichen Gebieten interagieren und wie Veränderungen in Wasser, Hitze oder Trockenheit das Gleichgewicht in dieser empfindlichen Beziehung stören können.

Wie Greifvögel und andere Wildtiere Wasserquellen auf Farmen nutzen, war unter anderem ein zentrales Thema der Untersuchungen. Es stellte sich heraus, dass Vögel, speziell Greifvögel, von diesen Wasserquellen abhängig sind. Greifvögel – Raubvögel wie Falken, Habichte und Schleiereulen – werden oft unterschätzt, obwohl sie nicht unbedingt Wasser zum Trinken benötigen, da sie ihren Wasserbedarf über ihre Beute decken können.

In einer weiteren Studie wurde die Wirkung von Hitzestress auf Vögel in Nestern untersucht. Dabei stellten die Forscher fest, dass Nestlinge besonders anfällig für Temperaturstress sind. Denn sie sind abhängig von ihren Eltern, die die Temperatur regulieren.

Die Forscher fanden heraus, dass die Vögel ihre Besuche an Wasserquellen erhöhten, als es besonders heiß oder trocken war. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass wir konkrete Schritte zur Erhaltung der Vögel unternehmen müssen und dazu gehören unter anderem der Erhalt bestehender Bäume und die Förderung von Schatten spendenden Zonen.

Es ist wichtig zu beachten, dass es fast drei Milliarden weniger Vögel in der freien Wildbahn in den USA und Kanada gibt als in den 1970er Jahren. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Vögel selbst, sondern auch auf uns Menschen. Denn Vögel leisten einen wertvollen Beitrag zu unseren Ökosystemen. Sie sind Inspirationsquelle, sie treiben die Vogelbeobachtungsindustrie an, aber sie können Landwirten auch helfen, indem sie Schädlinge fressen und Pflanzen bestäuben. Um den Rückgang der Vogelpopulationen zu stoppen, ist es dringend notwendig, die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten.



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