Erste US-Bundesvorschriften für ‚Ewige Chemikalien‘ im Trinkwasser – Top 5 Infos


Letzten Monat hat die Environmental Protection Agency (EPA) ihre ersten rechtlich bindenden Trinkwasserstandards für einige PFAS (Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen) festgelegt. Diese Chemikalien, die für hitze- und wasserresistente Beschichtungen und Produkte verwendet werden, sind giftig. Aufgrund ihrer Beständigkeit und ihres Widerstands gegen den Abbau werden sie oft als „ewige Chemikalien“ bezeichnet.

Gemäß der neuen Vorschriften haben alle öffentlichen Wassersysteme drei Jahre Zeit, um Tests auf diese Chemikalien durchzuführen und innerhalb von fünf Jahren Lösungen zur Reduzierung von PFAS umzusetzen. Zudem muss die Öffentlichkeit über den gemessenen PFAS-Gehalt ihres Trinkwassers informiert werden.

Dies stellt einen bedeutsamen Schritt der EPA dar, da PFAS seit den 1940er Jahren kommerziell genutzt werden und es bekannt ist, dass diese Chemikalien für den Menschen giftig sind. Große Chemiekonzerne, wie 3M, waren sich über die gesundheitsschädlichen Eigenschaften dieser toxischen Chemikalien im Klaren, haben jedoch bewusst Beweise dafür verborgen.

PFAS sind nicht nur in hohem Maße gesundheitsgefährdend, sie finden sich auch in alltäglichen Haushaltsprodukten wie Regenbekleidung, Antihaft-Pfannen und Mascara. Die EPA räumt ein, dass „eine Exposition gegenüber PFAS mit tödlichen Krebsarten, Leber- und Herzerkrankungen sowie immunologischen und Entwicklungsbeeinträchtigungen bei Säuglingen und Kindern in Verbindung gebracht wurde“.

Die neuen Trinkwasserstandards betreffen nur sechs aus den mindestens 12.000 existierenden PFAS. Diese Regelung ist also nur ein erster Schritt in Richtung einer umfassenden Regulierung. Allerdings meint Kyla Bennett, Wissenschaftspolitikdirektorin bei Public Employees for Environmental Responsibility (PEER): „Es ist ein guter erster Schritt. Ich denke, es ist zu wenig zu spät, da es nur für sechs PFAS gilt und es 12.000 bis 14.000 von ihnen gibt…Niemand sollte sich entspannen.“

Es sollte beachtet werden, dass die Last zur Verringerung der Kontaminantenbelastung auf die öffentlichen Trinkwassersysteme und Kommunen übertragen wird, nicht auf die Verschmutzer selbst. Langfristig könnte jedoch eine Dominoeffekt einsetzen, wenn Kommunen, die kostspielige Reinigungsanlagen vermeiden wollen, mehr Druck auf verschmutzende Unternehmen in ihren Gerichtsbarkeiten ausüben.

Im Moment ist es notwendig, sich selbst vor PFAS zu schützen, da die EPA davon ausgeht, dass 20% der PFOA- und PFOS-Belastung über das Trinkwasser erfolgt. Hinzu kommt, dass es immer noch unerlässlich ist, andere Expositionsquellen zu eliminieren. Während eine Lösung für das PFAS-Problem ein großes, systemisches Problem darstellt und keine individuelle Verantwortung übernommen werden sollte, kann ein sofortiges Handeln dabei helfen, sich zu schützen, während auf eine hoffentlich baldige gesetzliche Regelung gewartet wird.



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