Die dunkle Vergangenheit der Garnelen auf Ihrem Teller enthüllt Die dunkle Vergangenheit der Garnelen auf Ihrem Teller enthüllt

Die dunkle Vergangenheit der Garnelen auf Ihrem Teller enthüllt


Enthüllungen folgen: Die Schattenseiten der indischen Garnelenindustrie

Nur wenige Monate zuvor zeichnete Josh Farinella, ehemaliger Betriebsleiter bei Choice Canning, ein Bild von ungerechten Arbeitsbedingungen in einer Garnelenfabrik in Andhra Pradesh, Ostindien. Jenseits seiner Arbeit verbrachte er seinen Tag in den ländlichen Bereichen, um die unzumutbaren Arbeitsbedingungen der Garnelenarbeiter zu dokumentieren. Erwartet wurden ihn Reihen von Frauen, die stundenlang Garnelen unter der sengenden Hitze von 90 Grad schälten, weit entfernt von der regulären Arbeitsstätte und unbemerkt von Kontrolleuren.

Trotz der inakzeptablen Arbeitsumstände landen täglich etwa 20.000 Pfund Garnelen aus diesen Schälanlagen in den Regalen der US-amerikanischen Supermärkte, warnte Farinella. Im Jahr 2023 sollte er eine leitende Position bei Choice Canning in Andhra Pradesh übernehmen, die er nach nur vier Monaten aufgrund der aufgedeckten unhaltbaren Zustände und des schlechten Hygienestandards niederlegte.

Die inzwischen weit verbreiteten Lebensmittelketten Walmart, Aldi, ShopRite, Hannaford und HelloFresh bieten alle Choice-Canning-Produkte an, obwohl sie auf ihren Websites Nachhaltigkeit und faire Bedingungen versprechen. Farinella selbst warf dem Unternehmen vor, es habe Garnelen-Produkte, die positiv auf Antibiotika getestet wurden und in der US-amerikanischen Garnelenindustrie verboten sind, trotzdem in die USA geschickt.

Doch Choice Canning steht nicht alleine da. Die jüngsten Untersuchungen der Corporate Accountability Lab (CAL) haben ergeben, dass Menschenrechtsverletzungen, darunter Kinderarbeit, sexuelle Belästigung, Schuldknechtschaft und Zwangsarbeit, in der gesamten indischen Garnelenindustrie im Wert von 8,4 Milliarden Dollar weit verbreitet sind. Die Erkenntnisse der CAL decken sich mit denen der Associated Press, die ebenfalls von weit verbreiteten Missständen und Ausbeutung der Arbeiter in Andhra Pradesh berichtete.

Erneut steht die Frage im Raum, wie effektiv Corporate Social Responsibility (CSR) bei der Verbesserung von Lieferketten und Arbeitsbedingungen sein kann. Auch wenn viele Unternehmen Fortschritte bei der Priorisierung ‚des menschlichen Faktors‘ machen, ist die Branche noch weit von ihren sozialen Verantwortungszielen entfernt. Alle Unternehmen haben noch Arbeit vor sich, betonte ein Vertreter der Conservation Alliance for Seafood Solutions.

Die indische Garnelenindustrie steht also noch vor einem beachtlichen Berg von Herausforderungen. Währenddessen leiden die Arbeiter weiterhin unter unzumutbaren Arbeitsbedingungen und die Verbraucher werden bei ihrem Einkauf unwissentlich zu Unterstützern dieses Systems. Es bleibt zu hoffen, dass weiterer Druck von Verbrauchern, Regulierungsbehörden und Verfechtern der CSR zu einer substantiellen Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Garnelenindustrie führen wird.



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