Das Potential ungenutzter Landwirtschaftsflächen optimal nutzen


Eine emotionale Entscheidung: Landwirte zieht in Betracht, ihre Äcker brach liegen zu lassen

Die Aufforderung an einen Landwirt, sein Land brach liegen zu lassen, wird oftmals als große Bitte angesehen. Es sind viele Faktoren im Spiel, insbesondere die wirtschaftlichen Verluste, die ein unproduktives Land für den Anbauer verursachen könnte. Manchmal aber stellt sich diese Option als die beste und einzige Lösung heraus, insbesondere hinsichtlich der langfristigen Produktivität des Landes.

„Die Beschaffenheit von Ackerland variiert stark“, bemerkt Jesse Womack, ein spezialist für Umweltschutzpolitik bei der National Sustainable Agriculture Coalition (NSAC). „Manche Flächen sind von Natur aus weniger produktiv als andere.“ Die Bodenqualität könnte den Anbau von Nutzpflanzen nicht unterstützen oder das Land könnte eine unzureichende Wasserableitung haben. Der Aufwand, geeignete Anbaubedingungen herzustellen, kann enorm sein und den möglichen Ertrag nicht rechtfertigen.

Viele Landwirte entscheiden sich zur Teilnahme am Conservation Reserve Program (CRP). Dieses Programm wurde 1985 vom US-Kongress ins Leben gerufen und fordert landwirtschaftliche Produzenten freiwillig dazu auf, ökologisch sensible Gebiete aus der aktiven Produktion zu nehmen und zu konservieren. Als Gegenleistung erhalten sie eine jährliche Pachteinnahme pro Morgen Land, das sie in das Programm aufnehmen. Bis 2023 erhielten Landwirte und Landbesitzer mehr als 1,77 Milliarden Dollar für die Aufnahme von über 23 Millionen Hektar Privatland in die USA in das Programm.

Trotz der positiven Bewertungen des CRP gibt es auch Kritiker. Die Environmental Working Group (EWG), eine gemeinnützige Organisation, die sich auf öffentliche und Umweltgesundheit konzentriert, setzt sich für eine Änderung des CRP ein. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Unzulänglichkeit des Programms beim Kohlenstoffspeicher im Boden und der Eindämmung von Treibhausgasemissionen. Zudem wird die langfristige Umweltwirkung des Programms in Frage gestellt, sollte das reservierte Land wieder in Dienst genommen werden.

In der Provinz British Columbia in Kanada bittet das Delta Farmland & Wildlife Trust (DFWT) im Rahmen des Grassland Set-Aside Stewardship Program (GLSA) ebenfalls Landwirte, ihre Felder brach liegen zu lassen und sie stattdessen mit Wildblumen, mehrjährigen Gräsern und breitblättrigen Pflanzen zu bepflanzen.

Trotz dieser Vorteile finden es sowohl Womack als auch Schmalz zunehmend schwieriger, Landwirte dazu zu bewegen, große Flächen ihres Landes selbst für kurze Zeiträume brach liegen zu lassen. Die jährlichen Mieteinnahmen, die sie erhalten, entsprechen oft nicht dem Betrag, den der Landwirt erzielen könnte, wenn er das Land weiterhin bewirtschaften würde.

Kurzfristig kann diese Art des Flächenschutzes kostspielig sein. Langfristig allerdings sinken die Kosten. Der Bedarf an Dünger wird geringer, da die Tiere mit ihrem Mist den Boden düngen. Die Herden sind gesünder aufgrund der Vielfalt der natürlichen Futterpflanzen, die sie zu sich nehmen, was Krankheiten reduziert und die tierärztlichen Kosten senkt.

Für die Zukunft wurden Anreize in den Entwurf des kommenden Farm Bill aufgenommen, die es Landwirten ermöglichen würden, Land für längere Zeiträume in CRP-Programme aufzunehmen. In Kanada ist ein Raubvogel über einem brachliegenden Feld zu sehen – ein Zeichen des Erfolgs für das DFWT. „Wir sorgen dafür, dass Ackerland lebensfähig bleibt, indem wir die Bedürfnisse der natürlichen Systeme und des Landwirts in Einklang bringen“, sagt Schmalz.



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