Großbritannien unvorbereitet auf Tierseuchen-Albtraum Großbritannien unvorbereitet auf Tierseuchen-Albtraum

Großbritannien unvorbereitet auf Tierseuchen-Albtraum

Großbritannien unvorbereitet für schweren Tierkrankheitsausbruch

Erhebliche Bedrohung durch Tierkrankheiten

In einem eindringlichen Bericht warnt der britische Rechnungshof vor der Gefahr, dass Großbritannien einem schweren Ausbruch von Tierkrankheiten nicht gewachsen ist. Trotz der Bemühungen von Defra und der Animal & Plant Health Agency (APHA), mit früheren Vorfällen umzugehen, stellt der Bericht fest, dass ein schwerwiegenderer Vorfall die Kapazitäten übersteigen könnte.

Fehlende Langzeitplanung

Der Bericht kritisiert das Fehlen eines langfristigen Plans zur Risikominderung und Stärkung der Widerstandsfähigkeit. Dies wird besonders wichtig, da klimatische Veränderungen und antimikrobielle Resistenzen die Häufigkeit von Krankheitsausbrüchen erhöhen.

Schwachstellen im System

Lücken in Notfallplänen

Die aktuellen Notfallpläne weisen bedeutende Lücken auf, wodurch Großbritannien im Falle eines Großausbruchs anfällig ist. Viele der operativen Prozesse, die von der APHA verwendet werden, sind veraltet und ineffizient, was eine wirksame Reaktion erschweren könnte.

Mangelnde Infrastruktur

Das Hauptlabor für Tierwissenschaften in Weybridge ist stark sanierungsbedürftig. Obwohl ein Modernisierungsprogramm begonnen wurde, wird es voraussichtlich noch zehn Jahre dauern, bis es abgeschlossen ist.

Herausforderungen in der Tierverfolgung

Eine langjährige Herausforderung stellt das Fehlen eines umfassenden Systems zur Nachverfolgung von Viehbewegungen dar. Seit 2013 wurden mehrere Anläufe unternommen, doch ein funktionierendes System ist noch nicht etabliert.

Fachkräftemangel

Ein weiteres Problem ist der Mangel an qualifiziertem Personal. Bis April 2025 betrug die Vakanzrate bei den Tierärzten der APHA 20%, was weitere Zweifel an der Fähigkeit zur Bewältigung eines größeren Ausbruchs aufkommen lässt.

Eindämmung und Prävention

Impfstoffknappheit und Grenzsicherheit

Trotz vielversprechender Initiativen, wie dem Programm zur Gesundheits- und Wohlstandsförderung von Tieren, wird der Fortschritt durch Impfstoffknappheit und schwache Grenzkontrollen behindert. Derzeit werden nur etwa 5% der lebenden Tierimporte überprüft, weit entfernt von den angestrebten 100%.

Fehlleitende Ressourcen

Häufige Krankheitsausbrüche lenken Ressourcen und Aufmerksamkeit von dringenderen, langfristigen Resilienzmaßnahmen ab. Die Reaktionen auf neue Bedrohungen erfordern häufig den Einsatz von Teams, die eigentlich für routinemäßige Aufgaben vorgesehen sind, was den aktuellen reaktiven Ansatz als nicht nachhaltig erscheinen lässt.

Schlussfolgerung und Ausblick

Gareth Davies vom NAO betont die Dringlichkeit eines umfassenden Strategie- und Maßnahmenplans zum Schutz der wirtschaftlichen Resilienz, der Lebensmittelsicherheit und der öffentlichen Gesundheit. Ein nachhaltiger Ansatz wird notwendig sein, um zukünftige Bedrohungen effektiv zu bewältigen.

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