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2023: Extremwetterereignisse verursachen Schäden in Höhe von über 6 Milliarden Euro in der italienischen Landwirtschaft

Die eskalierenden extremen Wetterereignisse haben im Jahr 2023 massive Schäden in der italienischen Agrarindustrie verursacht. Mit Hagelstürmen, Tornados, Starkregen, Hitzewellen und Windstürmen, die Ernten und Infrastrukturen zerstörten, belief sich der finanzielle Schaden auf über 6 Milliarden Euro. Dies geht aus einer Bilanz des italienischen Bauernverbandes Coldiretti hervor, der die Auswirkungen des Klimawandels analysiert hat. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 378 extreme Wetterereignisse registriert, ein Anstieg um 22% im Vergleich zum Vorjahr.

Das Jahr 2023 war geprägt von schwerer Trockenheit, die die Ernte in Italien stark beeinträchtigte, gefolgt von Monaten extremer Wetterereignisse und starken Regenfällen, die auf brütende Hitze folgten. Dann kam ein milder, aber stürmischer Herbst, der Städte und Landschaften verwüstete, und schließlich ein warmer Winterbeginn, der die Natur durcheinander brachte.

Das Ergebnis dieser Wetterkapriolen war ein drastischer Rückgang der nationalen Ernten, der die Grundnahrungsmittel der Mittelmeerdiät gefährdet. Die Reduktionen reichten von 20% für Wein über 30% für Pfirsiche und Nektarinen bis hin zu 63% für Birnen. Die Honigproduktion wurde nahezu halbiert, da Bienen als Indikator für den Gesundheitszustand der Umwelt gelten.

Laut Coldiretti zeichnet sich eindeutig ein Trend zur Tropicalisierung ab, gekennzeichnet durch häufigere heftige Wetterereignisse, jahreszeitliche Verschiebungen und kurze, heftige Niederschläge. Der abrupte Wetterwechsel von Hitze zu Unwetter hat verheerende Auswirkungen, wie die Überschwemmungen in der Romagna und der Toskana, begleitet von Erdrutschen und Überschwemmungen, zeigen.

„Die zunehmende Bebauung und der Landverlust haben dazu geführt, dass Italien in den letzten 50 Jahren fast ein Drittel (30%) seiner landwirtschaftlichen Fläche verloren hat,“ erklärt Ettore Prandini, Präsident von Coldiretti. Die verfügbare Agrarfläche in Italien hat sich auf knapp 12,8 Millionen Hektar reduziert, was nicht nur Auswirkungen auf die Bodenstabilität, sondern auch auf die Produktionsdefizite des Landes hat.

Laut Prandini ist die Landwirtschaft die Wirtschaftsbranche, die die Auswirkungen des Klimawandels am stärksten verspürt, aber auch die aktivste in deren Bekämpfung. Die Institutionen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und Innovationen wie die 4.0 Landwirtschaft, mit Drohnen, Robotern und Satelliten, aber auch grüne Gentechnik ohne GVO voranbringen. Laut Prandini sind Investitionen in Wartung, Wasserspeicherung und regulierte Wasserwirtschaft notwendig, um das Wasser in kleinen Reservoirs sammeln und bei Bedarf verteilen zu können.



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