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Die Neuausrichtung der Agrarpolitik in Italien und ihre Auswirkungen auf den Getreideanbau

In der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union sind die ersten Hürden deutlich geworden, seit sie vor einem Jahr in Kraft getreten ist. Trotz der Kritik an einigen ihrer Richtlinien bemüht sich der italienische Agrarverband Coldiretti, einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Die Einführung der Bodenfruchtbarkeitsfunktion in der neuen GAP ist keine neue Strategie. Es bedeutet keineswegs, dass die Getreideproduktion eingestellt wird. Bereits seit 2015 mussten Landwirte die „Greening“-Regeln befolgen, um die volle Basiszahlung zu erhalten. Diese Vorschriften wurden in der neuen GAP als verstärkte Konditionalität und unter den Guten Agrar- und Umweltbedingungen (GAEC) beibehalten.

Die Prinzipien sind die gleichen geblieben, nur die Umsetzungsregeln haben sich geändert. Bei Jahreskulturen waren Landwirte auf Flächen größer als 10 Hektar verpflichtet, mindestens zwei oder drei verschiedene Kulturen gleichzeitig anzubauen. Nun verpflichtet die verstärkte Konditionalität der neuen GAP zu jährlichem Kulturwechsel, erwarten aber, dass es auf jeder einzelnen Parzelle stattfindet. Der Wechsel kann mit Sekundärkulturen vollzogen werden, die mindestens 90 Tage auf dem Feld bleiben und vollständige Produktionszyklen durchlaufen. Coldiretti bemüht sich, die Pflicht zur Ernte aufzuheben und den Einsatz von „Abdeckschutzpflanzen“, wie z.B. Hülsenfrüchten und Gräsern, zu erlauben.

Obwohl die Änderungen keine substanziellen Aspekte betreffen, könnten sie im ersten Jahr der Umsetzung zu Problemen führen. Um dies zu berücksichtigen, wurde eine Ausnahme für das Jahr 2023 eingeführt. Somit wird 2024 als das erste Umsetzungsjahr für diejenigen betrachtet, die im vergangenen Jahr nicht am „Eco Scheme 4“ teilgenommen haben und erst ab 2025 die Rotation einhalten müssen.

Unternehmen, die sich 2023 für das „Eco-Schema 4“ entschieden haben, haben sich verpflichtet, 2024 die Rotation mit Wechsel der Kulturen zu beginnen. Dies wird mit einer jährlichen Vergütung von 162,5 Millionen Euro belohnt.

Es gibt jedoch Ausnahmen von der GAEC, wie z.B. Trockenlandbau auf Grundlage des heißen, trockenen Klimas und der Bodeneigenschaften, bei dem die gleiche Kultur zwei Jahre hintereinander auf derselben Parzelle angebaut werden darf (z.B. Hartweizen im Süden), und Parzellen in Bergregionen, wo die Landwirtschaft überwiegend extensiv ist und die Möglichkeit zur Diversifizierung innerhalb des Kalenderjahres begrenzt ist, bedingt durch kleine Flächen und kurze klimatische Anbauphasen.



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