Unverändert hohe Todeszahlen bei Traktorunfällen – Was kann man tun? Unverändert hohe Todeszahlen bei Traktorunfällen – Was kann man tun?

Unverändert hohe Todeszahlen bei Traktorunfällen – Was kann man tun?


Jenseits aller Kontroversen und Meinungen bestehen Fakten mit dramatischen und irreversiblen Konsequenzen. Ein kurzer überblick über die Google News über „Traktorunfälle“ ist genug, um dies zu belegen. Unfälle mit Traktoren fordern immer wieder Todesopfer und führen zu schweren Verletzungen. Zwischen 2013 und 2017 führten beispielsweise 984 Traktorunfälle zu 201 Todesfällen und 1.073 Verletzten, wie eine Studie des Nationalen Interministeriellen Observatoriums für Straßensicherheit (ONISR) zeigt.

Eine einfache Lösung, um die Folgen eines umkippenden Traktors zu begrenzen, besteht darin, den Sicherheitsgurt anzulegen. Diese Maßnahme wird allerdings nur von 6% der Landwirte umgesetzt. Eine ordnungsgemäße Beschilderung am Traktor und einwandfreie Rückspiegel sind unerlässlich, um andere Verkehrsteilnehmer zu schützen. Laut ONISR waren in den letzten fünf Jahren beinahe ein Drittel der tödlichen Unfallopfer Motorradfahrer.

Neben mangelnder Beschilderung und Nichtanwendung von Sicherheitsgurten ist ein weiterer Unfallgrund übermäßige Geschwindigkeit. Ein Beispiel hierfür ist ein Traktor, der sich am 16. April 2024 in Villefranche-sur-Saône auf einem flachen Kreisverkehr überschlug. Benoit Moreau, Präventionsberater bei der MSA, schlussfolgert: „Übermäßiges Selbstvertrauen? Kontrollverlust? Unkenntnis des Verhaltens des Fahrzeugs? Auf jeden Fall war er wahrscheinlich zu schnell unterwegs.“

Um die Unfallzahlen zu senken, setzen Behörden auf Bildung und Prävention. „Landwirte sind verpflichtet, ihre Angestellten zu schulen, das steht im Arbeitsgesetzbuch“, betont Vincent Marcusse, Projektleiter für Traktorversicherungen und landwirtschaftliche Geräte bei Groupama.

Groupama bietet seit über 50 Jahren Schulungen im Rahmen der Aktion „10 von Führerschein“ an und hat seit 2022 maßgeschneiderte Schulungen für landwirtschaftliche Maschinen im Programm. Zudem unterstützt die MSA Gironde eine Kampagne zum Teilen der Straße mit anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere während der Erntezeiten.

Auch der Vorschlag für einen spezifischen Führerschein für Traktoren wurde vom Europäischen Parlament diskutiert. Ziel war es, die Fahrt in grenznahen Gebieten zu erleichtern und die Mobilität von Menschen und Fahrern zu fördern. „Das Beispiel Belgien mit dem seit 2006 bestehenden G-Führerschein ist interessant. Er wurde auf Antrag der Branche eingeführt und wird schrittweise je nach Geburtsjahr der Fahrer eingeführt“, schließt Benoit Moreau.



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