Prüfung der Betrugsbekämpfung in einem Lille-Supermarkt Prüfung der Betrugsbekämpfung in einem Lille-Supermarkt

Prüfung der Betrugsbekämpfung in einem Lille-Supermarkt


Kürbisse aus der Normandie mit einem Lokalprodukt-Label aus den Hauts-de-France – das sorgt für Verwirrung im Supermarkt. „Der Hersteller ist dazu verpflichtet, das Herkunftsland korrekt anzugeben,“ erklärt Carine Rosillette, Hauptinspektorin für Betrugsbekämpfung. „Bei Aussagen über die lokale Herkunft besteht jedoch keine Pflicht. Sagt er jedoch etwas dazu, muss diese Information korrekt sein.“

Inspektoren überprüfen regelmäßig, ob Konsumenten durch Produkte getäuscht werden, die als „französisch“ gekennzeichnet sind oder dies suggerieren, obwohl sie in Wirklichkeit anderswo produziert wurden. Diese Täuschungstaktik wird als „Französisierung“ bezeichnet.

Es ist ein relevantes Thema, insbesondere wenn französische Landwirte dazu aufrufen, lokal zu kaufen und damit den oft preiswerteren Importprodukten den Kampf ansagen. Denn letztere unterliegen manchmal geringeren sozialen oder umweltbezogenen Standards. „Spanische Tomaten kosten 2,85 Euro. Französische Tomaten sind doppelt so teuer“, betont der sechzigjährige Kunde Jean-Louis Prevost.

Produktinspektionen können direkt beim Hersteller vorgenommen werden, um sicherzustellen, dass dieser seine Produktion nicht künstlich aufbläht, indem er importierte Produkte unter seinem Label weiterverkauft. Aber auch bei Handelsunternehmen oder im Einzelhandel werden Kontrollen durchgeführt. „Wir konzentrieren uns besonders auf Produkte mit hohen Handelsvolumen oder Produkte, bei denen die französische und die ausländische Produktion zeitlich übereinstimmen“, erläutert Marie Suderie von der Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF). Sie nennt Melonen, Tomaten, Birnen und Pfirsiche als Beispiele.

Im Jahr 2023 stellte die Betrugsbekämpfungsbehörde Unregelmäßigkeiten in 40% der Betriebe fest, die die Herkunft der Produkte kontrollierten. Auch Honig steht im Fokus, wobei gelegentlich die vorhandenen Blütenessenzen analysiert werden, um festzustellen, ob sie der französischen Flora entsprechen. Zusätzlich wird Olivenöl überwacht, dessen Preise in einem Kontext sinkender Produktion aufgrund von Trockenheit steigen.

Laut der DGCCRF gibt es bei Milchprodukten hingegen weniger „Französisierung“, hauptsächlich aufgrund der Organisation der Vertriebskette. Bruno Le Maire, Wirtschaftsminister, kündigte am 1. Februar eine Intensivierung der Kontrollen der französischen Produktursprungskennzeichnung an. Die DGCCRF bestätigt, dass im Jahr 2023 insgesamt 10.000 Kontrollen in Bezug auf Herkunftsangaben durchgeführt wurden.



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