NGO fordert Stopp der Sondergenehmigung für Zuckerrübenbauern NGO fordert Stopp der Sondergenehmigung für Zuckerrübenbauern

NGO fordert Stopp der Sondergenehmigung für Zuckerrübenbauern


Die Umweltorganisation Agir pour l’Environnement hat eine Eilentscheidung des Staatsrats eingefordert, um die vom französischen Staat gewährte Ausnahme für die verstärkte Nutzung des Insektizids Movento zu unterbinden. Dieses Insektizid, welches von der Firma Bayer hergestellt wird, wird in erhöhtem Maße zum Schutz der Zuckerrohrpflanzen gegen grüne Blattläuse angewendet.

In Behandlungszyklen eingesetzt, wurde diese Ausnahmeregelung für 120 Tage genehmigt und soll es den Zuckerrohrbauern ermöglichen, eine dritte Behandlung durchzuführen anstelle von zwei, die normalerweise durchgeführt werden. Die Regierung beabsichtigt sogar weitere Ausnahmen zu erlassen, die bis zu fünf Behandlungen ermöglichen könnten, falls das Auftreten der Blattläuse in diesem Jahr besonders groß sein sollte.

Die Zusatzbehandlung mit Movento wird von den Bauern als unumgänglich eingestuft, jedoch befürchtet man, sie könnte für 2024 noch nicht ausreichend sein. Aufgrund des milden und feuchten Winters dieses Jahres besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten der grünen Blattläuse.

Es sei daran erinnert, dass der Wirkstoff des Movento, das Spirotetramat, in Europa seit dem 30. April 2024 nicht mehr zugelassen ist und dass seine Verwendung noch bis zum 31. Oktober 2024 erlaubt ist. Gemäß eines Berichts der Nationalen Agentur für Lebensmittelsicherheit, Umwelt und Arbeit (Anses), ist das Insektizid eine Gefahr für Bienen und Wasserlebewesen und kann die menschliche Gesundheit beeinträchtigen.

Nach dem katastrophalen Jahr 2020 durften die Zuckerrohrbauern in Frankreich Saatgut verwenden, das mit Neonicotinoiden überzogen war. Allerdings wurde dieses Verbot 2022 von der europäischen Justiz aufgehoben. Als Konsequenz fordern die Bauern nun Ausnahmeregelungen für andere Insektizide, insbesondere für Acetamiprid, ein Insektizid aus der Familie der Neonicotinoide, das in Frankreich zwar verboten, aber in anderen europäischen Ländern wie Deutschland erlaubt ist.

Daraus ergibt sich ein kontroverser und komplexer Dialog zwischen Landwirten, Umweltschützern und Regulierungsbehörden zur Frage, wie der Schutz der landwirtschaftlichen Produktion und der Umwelt am besten miteinander vereinbart werden kann.



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