Modef: Ein neuer Blick auf die landwirtschaftlichen Kammerwahlen
Wie kann die Zukunft der Landwirtschaft in Frankreich gesichert werden? Pierre Thomas, Co-Präsident des landwirtschaftlichen Syndikats Modef, hat eine klare Vision: Er möchte sicherstellen, dass Landwirte von ihrer Arbeit leben können. In einer Branche, in der über ein Drittel der Landwirte unter der Armutsgrenze lebt und zwischen 250 und 300 Selbstmorde pro Jahr verzeichnet werden, ist dies jedoch keine leichte Aufgabe.
Preisgarantien als Schlüssel zur Stabilität
Der Modef setzt sich für staatlich garantierte Mindestpreise ein, um den Landwirten ein sicheres Einkommen zu garantieren. Diese Maßnahme soll verhindern, dass Erzeugnisse unterhalb der Produktionskosten verkauft werden, was langfristig zu einem Verlust von Exportmärkten führen könnte, wie Thomas erklärt. Neben Mindestpreisen fordert der Modef auch einen Multiplikator für Gewinnspannen, der sicherstellt, dass die Nebenkosten fair bleiben.
Landwirtschaft im menschlichen Maßstab
Um eine Million Landwirte in Frankreich zu erreichen, bietet der Modef Anreize für Neueinsteiger in die Landwirtschaft. Dazu gehört eine finanzielle Hilfestellung, die ein Einkommen in Höhe des Mindestlohns für die ersten fünf Jahre gewährleistet, sowie zinslose Kredite bis 30.000 Euro. Diese Maßnahmen sollen nicht nur Existenzgründungen erleichtern, sondern auch eine angemessene Rente und ein würdiges Sozialleben für Landwirte ermöglichen.
Zugang zu landwirtschaftlichem Boden
Ein weiteres Anliegen des Modef ist die Verbesserung des Zugangs zu Agrarland. Dafür sollen die Safer (Landwirtschaftsförderungsgesellschaften) sowohl finanziell als auch juristisch besser ausgestattet werden, um ihre Unabhängigkeit zu gewährleisten.
Herausforderungen in den Kammerwahlen meistern
Obwohl der Modef in 45 französischen Départements vertreten ist, tritt er nur in 17 bei den Kammerwahlen an. Die Organisation wagt sich in Départements wie Aveyron und in die französischen Überseegebiete wie Guyana und Guadeloupe. Doch der Wahlprozess stößt auf Hürden: „Die Angst vor Repression durch den dominierenden Verband erschwert das Schließen von Wahllisten“, erklärt Thomas und unterstreicht damit ein demokratisches Defizit.
Demokratische Reformen und Wahlhürden
Der Modef fordert eine gerechtere Vertretung und eine Reduzierung der Wahlhürden. Derzeit liegt die Repräsentationshürde in der Landwirtschaft bei 10 %, während sie in anderen Sektoren bei 8 % oder sogar 5 % liegt. Auch die Anzahl der Kandidaten pro Liste sollte angesichts des Rückgangs an Landwirten verringert werden. In einigen Gebieten, wie dem Gard, droht zudem aufgrund logistischer Schwierigkeiten bei der Verteilung der Wahlunterlagen, dass Wähler ihre Stimmzettel nicht rechtzeitig erhalten.
Fazit: Die Zukunft der Landwirtschaft aktiv gestalten
Trotz der Herausforderungen sieht der Modef seine Rolle darin, zu einer nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Agrarproduktion beizutragen. Ein stärkerer Fokus auf soziale und wirtschaftliche Sicherheit könnte der Landwirtschaft in Frankreich neuen Auftrieb geben. Ihre Meinung ist gefragt! Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren und abonnieren Sie unseren Newsletter, um über weitere Entwicklungen im Bereich der Landwirtschaftspolitik informiert zu bleiben.




