Mobilisierung französischer und spanischer Landwirte für Europawahlen Mobilisierung französischer und spanischer Landwirte für Europawahlen

Mobilisierung französischer und spanischer Landwirte für Europawahlen


Es war ein einzigartiges Ereignis auf europäischer Ebene: spanische und französische Landwirte haben gemeinsam in den französischen Pyrenäen-Orientales, direkt an der Grenze zu Spanien, die Autobahn A9 Montpellier-Barcelona blockiert. „Das ist eine historische Blockade, die noch nie in Europa stattgefunden hat“, sagt Sébastien Barboteu, ein 41-jähriger Rinderzüchter aus dem Grenztal Vallespir und Sprecher der französischen protestierenden Landwirte.

Ankunft mit Paella und mobilen Toiletten

Die aus Spanien angereisten Demonstranten verloren keine Zeit. Kaum angekommen, entluden sie drei riesige Paellapfannen und begannen sofort mit der Zubereitung der bekannten spanischen Speise. Sie stellten sogar tragbare Toiletten auf. Diese Art von Protest war nicht nur auf der A9 zu erleben: Sieben weitere Grenzübergänge zwischen Spanien und Frankreich wurden am Montag blockiert, und zwar entlang der gesamten Pyrenäen, von Katalonien bis ins Baskenland.

Diese Protestbewegung, die nach günstiger Energie und der Einhaltung der sogenannten Spiegelklauseln (die fordern, dass die gleichen Umweltstandards, die in Europa gelten, auch für nicht-europäische Landwirte gelten sollen), unterscheidet sich von bisherigen Aktionen. Sie wurde nicht von den traditionellen Agrarverbänden organisiert.

Europäische Lösungen gefordert

Der Fokus der Demonstranten liegt auf europäischen Lösungen: „Es ist nicht akzeptabel, dass bestimmte Normen für uns gelten, während sie bei den Produkten, die wir importieren, nicht eingehalten werden“, sagt Xabi Dallemane, einer der Organisatoren der parteiunabhängigen Versammlung im Baskenland. Man wolle Einfluss auf die zukünftigen europäischen Abgeordneten ausüben und fordere eine Vereinheitlichung der Regulierungen und Steuern in Europa.

Auch aus Spanien gab es Unterstützung: „Niemand würde jemals ein Spielzeug oder ein Auto kaufen, das nicht konform mit der europäischen Regulierung ist. Aber Lebensmittel, die diese Anforderungen nicht erfüllen, werden importiert und verkauft“, sagt der spanische Landwirt Josep Ballucera, der extra aus Santa Coloma de Farners, Provinz Gérone, angereist ist.

Diese Proteste könnten nur der Anfang sein. Jean Henric, ein 30-jähriger Winzer, warnt: „Wir haben den Eindruck, dass die Versprechen nur heiße Luft waren. Wenn sich nichts ändert, werden wir im nächsten Herbst erneut protestieren.“



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