Landwirte blockieren A64: Protest gegen steigende Kosten und GNR Landwirte blockieren A64: Protest gegen steigende Kosten und GNR

Landwirte blockieren A64: Protest gegen steigende Kosten und GNR


„Die Landwirtschaft steht auf: Massenproteste in Südfrankreich“

„Fahrt vorsichtig, das ist das Land des bäuerlichen Widerstands“, warnen Autofahrer, die ihre Fahrt an der Autobahnausfahrt Carbonne, ca. 45 km von Toulouse entfernt, fortsetzen müssen. Die Botschaft ist klar: Die Autobahn A64 ist seit drei Tagen gesperrt. Landwirt und Bürgermeister des kleinen Dorfes Saint-Elix-Séglan, Nicolas Suspene, bedauert zwar die daraus resultierenden Unannehmlichkeiten, entschuldigt sich aber nicht.

„Es freut uns nicht, die Menschen zu belästigen, aber wie sonst können wir uns Gehör verschaffen?“, fragt er. Benoît Larroche, ein 36-jähriger Getreidebauer, der die landwirtschaftliche Mobilisierung in Okzitanien unterstützt, um massive und sofortige staatliche Unterstützung für eine Branche in der Krise zu erreichen, glaubt, dass Veränderungen bevorstehen.

Leben im Protestcamp

Am Samstag versammelten sich über hundert Menschen in dem provisorischen Camp, das auf den vier Fahrspuren der Autobahn eingerichtet wurde, die Toulouse mit Bayonne verbindet. An diesem Ort versammeln sich die Demonstranten zum Essen, rauchen und Neuigkeiten austauschen, wärmen sich an Lagerfeuern.

Zwischen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Arbeitertraktoren hatten sie einen Versorgungsposten errichtet, an dem Würste, Koteletts und Schokoladenkuchen serviert wurden, begleitet von einem Boxwein. Benoît Fourcade, ein weiterer Getreidebauer im Alter von 50 Jahren, betonte, dass dieser Ort der Anfang des Widerstandes gewesen sei und sie durchhalten müssten.

Am Rande der Verzweiflung

Lehnend an einem leuchtend roten Traktor, erzählt er von den anhaltenden Herausforderungen, mit denen die Landwirtschaft konfrontiert ist: „Die gemeinsame Agrarpolitik (CAP), das Agrardiesel, von dessen steigenden Steuern wir uns belastet fühlen, all das bringt uns an unsere Grenzen.“

Die Atmosphäre ist zwar freundlich, aber die Sorgen und Herausforderungen der landwirtschaftlichen Branche werden deutlich. Besonders problematisch ist der zunehmende Druck durch die Konkurrenz durch importierte Produkte, die nicht den europäischen Standards entsprechen. „Die Regierung muss auf europäischer Ebene für Mindestpreise kämpfen“, sagt Hervé Boucton, ein 58-jähriger Getreidebauer. „Wenn Europa das nicht will, dann sollte der französische Staat aufhören, ständig zusätzliche Belastungen aufzuerlegen.“

Unterstützung und Solidarität

Unter der Autobahnbrücke hängen gruselige, in Arbeitskleidung gekleidete Puppen mit einem Seil um den Hals. Autos, die darunter vorbeifahren, hupen zur Unterstützung. Es gibt auch Solidarität unter den Bürgern. Eric Anquenot, ein Sammler von Frittieröl, der sich ebenfalls durch die Steuern erdrückt fühlt, liefert Paletten zum Heizen für diejenigen, die die Nacht im Camp verbringen. „Ich versuche, so solidarisch wie möglich zu sein“, sagt der 62-Jährige. „Wir sitzen alle im selben Boot.“ Und um die Stimmung zu heben, plant er, am Abend Pfannkuchen zu bringen.



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