Blickpunkt auf Messindikatoren Blickpunkt auf Messindikatoren

Blickpunkt auf Messindikatoren


“Der Einsatz von Pestiziden: Kontroverse um neue Indikatoren und Ziele”

In jüngster Zeit hat die französische Regierung neue Ziele für die Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln angekündigt. Dieser plant bis 2030 eine Halbierung des Einsatzes im Vergleich zu 2015-2017. Jedoch gibt es um die Messmethoden eine Kontroverse zwischen Umweltverbänden und der Industrie.

Für die Berechnung kommen zwei Indikatoren zum Einsatz: Der Indikator für die Behandlungshäufigkeit (IFT) und die Menge an Wirkstoffen (QSA). Gerade in Bezug auf den IFT gibt es jedoch Kritik, da falsche oder fehlende Angaben von Landwirten das Ergebnis verfälschen können. Die QSA hingegen misst die jährlich verkauften Mengen, jedoch führt die ungleiche Wirkungsweise verschiedener Substanzen zu Schwierigkeiten bei der Vergleichbarkeit.

Ein weiterer Indikator und Referenzpunkt für den Ecophyto-Plan ist der Nodu, also die Anzahl der Einheitsdosen. Dieser basiert auf den Verkaufsdaten der Wirkstoffe und deren Referenzdosen. Laut einem Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission ermöglicht dieser Ansatz die Betrachtung verschiedener Wirkstoffe mit unterschiedlichen Dosen in einem einzigen Indikator.

In der Praxis erwies sich der Nodu jedoch als umstritten. So bezeichnete der Leiter der Getreideanbauer, Eric Thirouin, den Nodu als „Ohrfeigenmaschine“. Er argumentiert, dass die stärkere Verwendung weniger effektiver Produkte das Ergebnis verzerre.

Daneben existiert der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene „harmonisierte Risikoindikator“ (HRI1). Dieser multipliziert die verkauften Mengen an Wirkstoffen mit „Koeffizienten“, die die Gefährlichkeit der verschiedenen Pestizide widerspiegeln sollen. Während der Phyto-Produkte-Lobby diese Methode begrüßt, kritisiert die Umweltschutzorganisation Générations Futures den HRI1 als „völlig irreführend“. Sie argumentiert, dass die Gefahrenkoeffizienten zu niedrig sind und die gewählte Klassifizierung den ökologischen Landbau bestraft.

Während sich die Diskussionen fortsetzen, bleibt die Frage offen, wie genau der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gemessen und reduziert werden kann. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Ziele der Regierung bis 2030 zu erreichen und einen verantwortungsvolleren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln zu fördern.



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