Berechnungsmethode des Nutri-Scores wird strenger Berechnungsmethode des Nutri-Scores wird strenger

Berechnungsmethode des Nutri-Scores wird strenger

Nutri-Score: Seit 2017 Orientierungshilfe für gesunde Ernährung

Der Nutri-Score ist ein Kennzeichnungssystem, das dem Verbraucher Aufschluss über die gesundheitlichen Vor- und Nachteile von Lebensmitteln im Laden gibt. Mit seinen farbigen Markierungen, die von grün bis rot reichen und mit den Buchstaben A bis E versehen sind, ist dieses System seit 2017 in sechs europäischen Ländern aktiv: Deutschland, Belgien, Spanien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande und Schweiz.

Trotz Unterstützung von vielen Seiten wurde das System auch kritisiert. Die Kritikpunkte betrafen nicht den Grundgedanken des Nutri-Scores, sondern veraltete oder unangepasste Empfehlungen. Aus diesem Grund wurde der Berechnungsalgorithmus in zwei Schritten überarbeitet.

Änderungen zum neuen Jahr

„Die Änderungen betreffen sowohl feste Nahrungsmittel als auch Getränke, um besser mit den Ernährungsempfehlungen übereinzustimmen, wie den Verzehr von mehr Obst und Gemüse oder weniger zuckerhaltigen Produkten“, sagte Mathilde Touvier, Ernährungsepidemiologin am Inserm und Leiterin des Forschungsteams, das den Nutri-Score entwickelt hat.

„Zum Beispiel waren viele Produkte mit dem ursprünglichen Algorithmus zu positiv eingestuft, obwohl sie in Wahrheit sehr viel Zucker enthielten“, erklärt sie.

Getreide, Süßstoffe, Milch…: betroffene Lebensmittel

Die Änderungen werden voraussichtlich 30 bis 40 % der Produkte im Regal betreffen. Auf Seiten der Cerealien werden nur zuckerfreie Müslis ein A behalten. Chocapic, die bisher diese gute Wertung erhielten, werden auf C herabgestuft.

Vollkorncerealien werden jetzt besser eingestuft als andere. Auch fettreiche Fische, die bisher benachteiligt wurden, werden besser eingestuft. Einige Öle, deren Fettsäureprofil günstig ist (Oliven-, Raps-, Walnussöl), werden von C auf B hochgestuft.

Andererseits wird die Bewertung der Milch sinken: von A auf B für fettfreie Milch, von B auf C für Vollmilch. „Zu viele Menschen trinken sie als wäre es Wasser“, das einzig empfohlene Getränk der Kategorie A, erklärt Mathilde Touvier.

Zuckerhaltige Joghurts wie Yop oder Candy-up werden von B auf D herabgestuft. Süßstoffgetränke werden von B auf C fallen. Ein Wechsel, der die Schlussfolgerungen aus neuesten Studien widerspiegelt, die nahelegen, dass Süßstoffe „schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit“ haben, betont Serge Hercberg, Professor für Ernährungswissenschaften an der Sorbonne University Paris Nord und Erfinder des Nutri-Score.

Keine Pflicht

Diese Änderungen traten offiziell am 1. Januar in Kraft. Herstellern wird jedoch eine Übergangsfrist von zwei Jahren zur Neugestaltung ihrer Etiketten eingeräumt.

Der Nutri-Score ist jedoch nicht verpflichtend. „Heute haben sich etwa 1200 Hersteller und Händler dem zugewandt, was etwa 60% des Marktes ausmacht“, sagt Serge Hercberg.

Lobbying gegen die neuen Regeln

Mit den neuen Regeln „wurde das Lobbying in diesem Bereich neu entfacht“, sagt Hercberg weiter. „Sie haben viel Druck ausgeübt, damit das Logo nicht auf europäischer Ebene verpflichtend wird“.

Große Konzerne wie Ferrero, Coca-Cola, Mars, Lactalis oder Unilever International lehnen den Nutri-Score ab und bekämpfen ihn, ebenso wie einige landwirtschaftliche Verbände oder Länder wie Italien, die die Interessen ihres Agrar- und Lebensmittelsektors wahren wollen.

Die neuen Regeln haben einige Unternehmen sogar zum Rückzug veranlasst, wie Bjorg: Das Unternehmen hat kürzlich das Logo von all seinen Verpackungen entfernt und durch einen Indikator für ökologische Nachhaltigkeit ersetzt, der nichts mit dem Nutri-Score zu tun hat.



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