2024, das Jahr aller Gefahren – für die ländliche Koordination 2024, das Jahr aller Gefahren – für die ländliche Koordination

2024, das Jahr aller Gefahren – für die ländliche Koordination


Im Interview am 17. Januar hat Véronique le Floc’h, die Vorsitzende der Landwirtschaftsorganisation Coordination rurale, ihre Befürchtungen für das Agrarjahr 2024 bekundet. Im aktuellen politischen Umfeld, das zunehmend eine „Revitalisierung Frankreichs“ fordert, besteht Hoffnung für eine verbesserte Souveränität in Bezug auf Lebensmittelproduktionen. Allerdings nur, wenn dieser Ansatz konsequent umgesetzt wird.

Ein meilensteinreiches Ereignis in diesem Jahr ist das Gesetzesvorhaben zur Revitalisierung der Agrargenerationen, das am 24. Januar den Ministern vorgelegt wird. Aus Sicht der Coordination rurale könnte das Vorhaben jedoch ins Leere laufen, da aktuell keine Verwaltungsvereinfachungen oder steuerliche Erleichterungen zur Erleichterung der Betriebsübergabe vorgesehen sind. Die Nachwuchsbauern, so Le Floc’h, erwarten prioritäre Unterstützung und Beratung bei ihren Herausforderungen, vor allem im Hinblick auf ihr Einkommen.

Trotz der Hoffnung auf Landflächenreformen sieht Generalsekretär Christian Convers ein ungenutztes Potenzial in der Umsetzung des Bodenfonds. Darüber hinaus kritisiert die Coordination rurale zusätzliche Kosten und Auflagen, insbesondere im Kontext der umweltbewussten Planungen. Eine stärker pragmatische Haltung wird gefordert, insbesondere bezüglich des Umgangs mit Wasser und der Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln.

Betrachtet man den Plan Ecophyto 2030, der eine Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes um 50% vorsieht, so muss bedacht werden, dass ein Mangel an alternativen Methoden unweigerlich zu einer Reduzierung der Erträge führen wird. Diese Entwicklung könnte letztendlich dazu führen, dass es noch schwieriger wird, landwirtschaftliche Betriebe zu vererben.

Ein weiteres Thema, das im Blickfeld steht, sind die kommenden Europawahlen. Die Coordination rurale warnt vor einer Fortsetzung der ultraliberalen Politik von Van der Leyen, die von unzähligen Freihandelsabkommen und der Einfuhr nicht standardkonformer Produkte geprägt ist. Lt. Le Floc’h wird der landwirtschaftliche Produktionsstandort von West- nach Osteuropa verlagert.

Ein weiteres wichtiges Ereignis in diesem Jahr sind die Wahlen in den Landwirtschaftskammern. Die Coordination rurale erhofft sich eine stärkere Vertretung und fordert die Landwirte zu einem „Neuanfang“ auf. In diesem Zusammenhang wird auch das derzeit vom Landwirtschaftsministerium erarbeitete Verordnungsprojekt kritisiert. Le Floc’h fordert, dass auch divergierende Meinungen gehört werden und setzt sich insbesondere für eine Anreizschaffung für junge Menschen ein, in der Landwirtschaft Fuß zu fassen.



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