Verwaltung der ehemals volkseigenen Flächen: Nutzungs- und Bodenmarkttrends Verwaltung der ehemals volkseigenen Flächen: Nutzungs- und Bodenmarkttrends

Verwaltung der ehemals volkseigenen Flächen: Nutzungs- und Bodenmarkttrends


Die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) wurde nach der Wiedervereinigung beauftragt, die ursprünglich etwa 1,9 Millionen Hektar ehemals volkseigene land- und forstwirtschaftliche Flächen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu verwalten. Die Aufgabe hat sich seitdem deutlich gewandelt.

Zunächst ging es 1992 darum, unklare Eigentumsverhältnisse zu klären und landwirtschaftliche Flächen an lokale Betriebe zu verpachten. Es war besonders wichtig, dass die Landwirtschaft nicht im großen Stil stillgelegt wurde. Ab 1996 wurde der Verkauf von Flächen nach dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz (EALG) und der Flächenerwerbsverordnung (FlErwV) zum Schwerpunkt der BVVG.

Die BVVG hat seitdem rund 895.500 Hektar landwirtschaftliche Flächen verkauft, einschließlich 442.000 Hektar zu vergünstigten Preisen an ehemalige Eigentümer und deren Nachkommen. Bezüglich der Waldflächen hat die BVVG seit 1992 von den 770.000 Hektar Forstfläche insgesamt rund 599.000 Hektar Wald verkauft, davon 80 Prozent zu vergünstigten Preisen nach dem EALG. Weitere Forstflächen wurden an den Naturschutz übergeben oder restituiert.

Ende 2023 verfügte die BVVG noch über rund 93.200 Hektar, davon 89.000 Hektar landwirtschaftliche und etwa 4.200 Hektar forstwirtschaftliche Fläche. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der BVVG.

Mit dem Koalitionsvertrag 2021 wurde ein Systemwechsel vereinbart. Die von der BVVG noch verwalteten Flächen werden nun vorrangig nachhaltig und ökologisch betreibenden Betrieben verpachtet. Lediglich 2.000 Hektar werden noch bis Ende 2024 vorrangig zur Erfüllung bestehender Rechtsansprüche privatisiert/verkauft.

Mit den Flächenmanagementgrundsätzen 2024, die am 12. April 2024 in Kraft traten, wurde dieser Systemwechsel umgesetzt. Die landwirtschaftlichen Flächen werden jetzt auf Grundlage eines Punktverfahrens vergeben, das Kriterien der Nachhaltigkeit, Ökologie und Agrarstruktur zusammen mit dem finanziellen Angebot bewertet.

Seit ihrer Gründung hat die BVVG insgesamt 105.000 Hektar Naturschutzflächen, Flächen für den Trinkwasserschutz sowie weitere Gewässerflächen an die ostdeutschen Länder oder von ihnen benannte Stiftungen und Organisationen unentgeltlich übertragen oder privatisiert. BVVG-Flächen stehen auch für das Nationale Naturerbe zur Verfügung. In den Vorjahren sind bereits 27.800 Hektar an das Nationale Naturerbe gegangen, weitere 25.500 Hektar sollen bereitgestellt werden.



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