Landnutzung und Bodenmarkt – Schlüsselelemente der Landwirtschaft Landnutzung und Bodenmarkt – Schlüsselelemente der Landwirtschaft

Landnutzung und Bodenmarkt – Schlüsselelemente der Landwirtschaft


Der stetig wachsende Wettbewerb um landwirtschaftliche Flächen durch Nicht-Landwirte stellt Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland vor immer größere Herausforderungen. Die explodierenden Bodenpreise sind für viele nicht mehr bezahlbar. Hinzu kommen die ebenso steigenden Pachtpreise, die den Landwirtinnen und Landwirten weniger finanzielle Mittel für dringend benötigte Investitionen in tiergerechte Haltung, Klimaschutz oder Biodiversität lassen.

Laut aktuellen Statistiken sind fast 60 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen inzwischen in den Händen von Nicht-Landwirten (Privatpersonen, Investoren, Institutionen). Seit 2005 sind die Pachtpreise bundesweit um 100 Prozent und die Kaufpreise für Flächen sogar um 204 Prozent gestiegen. Vielen Betrieben ist es so kaum noch möglich, Land zu erwerben. Stattdessen schnappen Investoren die Flächen weg.

Aus diesem Anlass wurde 2018 durch das Bundesministerium eine „Bund-Länder-Initiative Landwirtschaftlicher Bodenmarkt“ ins Leben gerufen. Zusammen mit der Agrarministerkonferenz wurden konkrete Lösungsansätze erarbeitet, um die Landwirte zu unterstützen und die Agrarstruktur nachhaltig zu gestalten. Unter anderem sollen Änderungen bestehender Gesetze dazu beitragen, Preismissbrauch bei Kauf- und Pachtverträgen zu verhindern. Die Umsetzung dieser Maßnahmen liegt nun in der Verantwortung der Bundesländer.

Einige zentrale Lösungsvorschläge sind beispielsweise die Erfassung von Anteilskäufen von landwirtschaftlichen Unternehmen im Bodenrecht oder die Einführung von Ordnungswidrigkeitsregelungen bei Nichtanzeige von Pachtverträgen. Darüber hinaus soll die bestehende Preismissbrauchsregelung bei Landpachtverträgen angewendet und die sogenannte Spekulationsschwelle bei Kaufverträgen von derzeit 50 Prozent abgesenkt werden. Ein weiterer Vorschlag sieht die Abschaffung der doppelten Grunderwerbsteuer bei Ausübung des Vorkaufsrechts durch Landgesellschaften vor.

Ob und wie diese Vorschläge umgesetzt werden, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Doch eines ist sicher: Wenn der Druck auf unsere Landwirte weiterhin steigt, kann dies langfristig gesehen negative Auswirkungen auf unsere Landwirtschaft und damit auch auf unsere Lebensmittelversorgung haben. Deshalb ist es wichtig, jetzt zu handeln und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Zukunft unserer Landwirte und die Nachhaltigkeit unserer Agrarstrukturen zu sichern.



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