Ernährungsstrategie vom Kabinett genehmigt – Brauchen wir mehr Wumms? Ernährungsstrategie vom Kabinett genehmigt – Brauchen wir mehr Wumms?

Ernährungsstrategie vom Kabinett genehmigt – Brauchen wir mehr Wumms?


Die deutsche Regierung strebt eine Schärfung ihrer Ernährungsstrategie an und hat den Entwurf „Gutes Essen für Deutschland“ offiziell gebilligt. Hervorgegangen ist dieses Vorhaben aus der Feder des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), das bereits seit 2022 daran arbeitet. Im Mittelpunkt steht die Steigerung der Gesundheitsorientierung, Nachhaltigkeit und des pflanzlichen Anteils des deutschen Ernährungssystems. Die Ambitionen sind hoch: Bis zum Jahr 2050 soll es jedem Bundesbürger problemlos möglich sein, sich gesund zu ernähren.

Das Deutsche Tiefkühlinstitut e. V. (dti), das die Ausarbeitung der Ernährungsstrategie eng begleitet und am zugehörigen Stakeholderprozess teilgenommen hat, gibt ein gemischtes Echo zur Enthüllung des heute vorgestellten Papiers. Die Geschäftsführerin Sabine Eichner äußert sich von einer enttäuschten Perspektive.

In einer Stellungnahme kommentiert sie, dass die Ernährungsstrategie ihrer Meinung nach an einem visionären Ansatz für den gesamten Sektor fehlt. Sie betont, dass die Möglichkeit einer gesunden, ausgewogenen und nachhaltigen Ernährung in Deutschland bereits jetzt besteht und eine breite Palette hochwertiger und sicherer Lebensmittel vorhanden ist.

In der Kritik steht außerdem das vage Ausformulieren konkreter Maßnahmen im Strategiepapier. Eichner begrüßt zwar die geplante verbindliche Einführung der Ernährungsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in der Gemeinschaftsverpflegung bis 2030, sowie die EU-weite Einführung des Nutri-Score, bemängelt jedoch fehlende Antworten auf Kernfragen.

Die Geschäftsführerin argumentiert dafür, dass die Ernährungspolitik auch als ein Bereich der Wirtschaftspolitik angesehen werden muss. Gleichzeitig warnt sie vor den Folgen der zunehmenden Bürokratisierung und hohen Energiekosten für den Ernährungssektor.

DtI ist der Interessenvertreter der Tiefkühlbranche in Deutschland und repräsentiert rund 150 überwiegend mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Logistik und Handel. Mit einem Gesamtumsatz von rund 20 Milliarden Euro ist dieser Sektor ein wichtiger Bestandteil der Lebensmittelindustrie.



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