Agrarmärkte: Sicherung traditioneller Spezialitäten und geografischer Angaben Agrarmärkte: Sicherung traditioneller Spezialitäten und geografischer Angaben

Agrarmärkte: Sicherung traditioneller Spezialitäten und geografischer Angaben


Die Tradition und Herkunft unserer Lebensmittel sind eng miteinander verbunden. Ob es sich um Schwäbische Spätzle, Nürnberger Lebkuchen, Allgäuer Bergkäse, Thüringer Rostbratwurst oder Beelitzer Spargel handelt – diese Produkte sind nicht nur über die regionalen Grenzen hinaus bekannt, sondern genießen auch einen besonderen Schutz.

Regionale Agrarerzeugnisse und Lebensmittel können durch geografische Angaben und garantiert traditionelle Spezialitäten unionsrechtlich geschützt werden. Dies bedeutet, dass bestimmte Schritte in der Produktion oder Verarbeitung in einem festgelegten geografischen Gebiet stattfinden müssen. Diese Angaben „g.U.“ (geschützte Ursprungsbezeichnung) und „g.g.A.“ (geschützte geografische Angabe) sowie die „g.t.S.“ (garantiert traditionelle Spezialität) wurden 1992 von der Europäischen Union eingeführt, um traditionelle und regionale Lebensmittelerzeugnisse zu schützen und zu fördern.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der „Allgäuer Bergkäse“. Nur Milch aus dem Allgäu darf für die Herstellung dieses Käses (g.U. seit 1997) verwendet werden. Der Geschmack und die Qualität des Käses sind maßgeblich durch die speziellen geologischen und klimatischen Verhältnisse im Allgäu geprägt, die sich auf die Güte der Milch auswirken.

Aber auch der „Holsteiner Tilsiter“ (g.g.A. registriert 2013) oder die „Schwäbischen Spätzle“ (g.g.A. eingetragen 2012) sind weitere Beispiele für den geschützten Ursprung und die traditionelle Herstellung von Lebensmitteln in Deutschland.

Das Unionszeichen „g.t.S.“ steht hingegen für garantiert traditionelle Spezialitäten. Es geht hierbei nicht um einen geografischen Ursprung, sondern betont die traditionelle Zusammensetzung des Produkts oder ein traditionelles Herstellungs- und/oder Verarbeitungsverfahren. Dies könnte beispielsweise für „Heumilch“ oder „Pizza Napoletana“ gelten.

Darüber hinaus gibt es auch Schutzsysteme für Weine und Spirituosen, die sehr ähnlich zu denen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel sind. Hierbei variiert allerdings der Schutz, da es für Spirituosen keine geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) gibt.

Diese geschützten geografischen Angaben sind nicht nur auf Ebene der Europäischen Union geregelt, sondern auch international. Dazu zählt das Lissabonner Abkommen über den Schutz der Ursprungsbezeichnungen und ihre internationale Registrierung vom 31. Oktober 1958, das auch von Deutschland ratifiziert wurde.

Zusammengefasst bietet der rechtliche Schutz von Lebensmitteln und Agrarerzeugnissen ein wertvolles Instrument zur Bewahrung von Tradition, Qualität und regionalem Erbe beim Genuss



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